Gedanken (1996 - 2003)
"Dem Hirn entrissen, aus dem Hirn geklaut, an die Fingerspitzen weiter geleitet und über den Pinsel auf die Leinwand gebracht."
Im Grunde liebe ich starke, reine Farben und ihre Kombinationen, ich bevorzuge das mittlere bis große Format. Im Lauf der Zeit habe ich erkannt, dass das Anarbeiten gegen Bildformen, die gegenständlich sind, eine hohe Konzentration verlangt. Im Einsatz der Farbe, ohne bestimmte Inhalte "niederzuschreiben", ohne eine Hierarchie im Bild aufkommen zu lassen, ergibt sich quasi eine All-over-Struktur - ohne Anfang und ohne Ende. Ich möchte, das die materiellen Bestandteile gleichrangig werden, ich möchte den Betrachter durch den Wechsel von sinnlicher Wirkung und Wahrnehmung sich in die Bilder versenken lassen können, ihn im besten Fall das aktive Sehen ausschalten lassen.
Irgendwann habe ich dann begonnen, meine grundierte Leinwand großzügig gleichmäßig und ganzflächig mit Fäden oder Strängen von Farbe zu bedecken - zuerst mit dem Pinsel, später gleich aus der Flasche/Tube. In diesem Malvorgang liegt ebenso viel Kontemplation wie Spontanität. Immer entsteht ein Stück aus meinem Innersten: Subjektiver Ausdruck von Dingen, die mich zuvor länger beschäftigt haben, oder auch spontanen Regungen, Ideen, die gleichermaßen alle als ein Stück von mir ihre Umsetzung auf der Leinwand finden.
Maha Zarkout (www.zarkout.com)